Eine reine Olivenölseife gehört zu den sanftesten Seifen überhaupt. Sie ist mild, pflegend und eignet sich – richtig gereift – auch hervorragend für die Gesichtsreinigung.
Dieses Rezept ist bewusst einfach gehalten und kommt mit nur einem Öl aus. Genau deshalb ist es ideal für alle, die zum ersten Mal Seife selber machen möchten.
One-Oil-Seifen lassen sich besonders gut kontrollieren, sind übersichtlich in der Herstellung und vermitteln ein gutes Gefühl für den Verseifungsprozess. Das Ergebnis ist eine cremige, pflegende Seife mit 5 % Überfettung, die vielseitig einsetzbar ist.
Warum eine reine Olivenölseife?
Olivenölseife – oft auch als Castile-Seife bekannt – überzeugt durch ihre schlichte Rezeptur und ihre hautfreundlichen Eigenschaften:
- sehr mild und reizarm
- besonders geeignet für trockene oder empfindliche Haut
- minimalistische Zutatenliste
- ideal als Einsteiger-Seife im Kaltverfahren
Wichtig zu wissen: Reine Olivenölseife braucht Zeit. Sie härtet langsamer aus als Mischseifen, entwickelt dafür aber mit der Reife eine besonders feine, cremige Textur.
Rezept: Reine Olivenölseife (One-Oil-Seife)
Zutaten
- 250 g Olivenöl
- 82,5 g Wasser (33 % des Ölanteils)
- 32,17 g Natriumhydroxid (NaOH)
- 7,75 g ätherische Öle nach Wahl (z. B. Lavendel)
Überfettung: 5 %
Reifezeit: mindestens 3 Monate, idealerweise 6 Monate
Hinweis: Wird Olivenölseife zu früh verwendet, kann sie sich weich oder leicht „schleimig“ anfühlen. Geduld zahlt sich hier wirklich aus.
Olivenölseife selber machen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Vorbereitung
Ziehe Schutzbrille, Handschuhe und Atemschutzmaske an.
Wiege das Natriumhydroxid in einer Glas- oder Keramikschale ab. In einem separaten hitzebeständigen Glasbehälter das kalte Wasser abwiegen.
Schritt 2: Lauge anrühren
Rühre das NaOH langsam ins Wasser ein (niemals umgekehrt). So lange rühren, bis sich alle Kristalle vollständig gelöst haben.
Schritt 3: Temperaturen angleichen
Lasse die Lauge auf etwa 43 °C abkühlen.
Wiege in der Zwischenzeit das Olivenöl ab und erwärme es im Warmwasserbad ebenfalls auf ca. 43 °C.
Schritt 4: Lauge und Öl vermischen
Gieße die Lauge langsam zum Öl und rühre die Mischung von Hand gründlich um.
Schritt 5: Verseifung starten
Mit dem Stabmixer kurz mixen, bis der Seifenleim leicht andickt und eine helle, milchige Farbe annimmt. Die Masse soll noch gut fließfähig sein.
Schritt 6: Duftstoffe einarbeiten
Ätherische Öle einrühren und erneut kurz mixen, bis der Seifenleim eine puddingartige Konsistenz erreicht.
Schritt 7: Abfüllen
Den Seifenleim in die Formen gießen, leicht aufklopfen, um Luftblasen zu lösen.
Mit Karton abdecken und mit Handtuch oder Decke isolieren, um die Gelphase zu unterstützen.
Schritt 8: Aushärten & Reifen
Nach etwa 24 Stunden ausformen.
Anschließend mindestens 3 Monate, besser 6 Monate, an einem trockenen, luftigen Ort reifen lassen.
Geduld gehört dazu
Reine Olivenölseife ist kein Schnellprojekt – aber genau das macht ihren Charakter aus. Wer ihr Zeit gibt, wird mit einer außergewöhnlich sanften, langlebigen und vielseitigen Seife belohnt, die Körper und Gesicht gleichermaßen pflegt.
Häufige Fragen
1. Was macht eine One-Oil Olivenöl-Seife besonders?
Eine One-Oil-Seife besteht ausschließlich aus einem Öl, in diesem Fall Olivenöl. Das Ergebnis ist besonders mild, pflegend und sanft zur Haut – ideal für empfindliche Hauttypen und auch für die Gesichtsreinigung.
2. Wie lange dauert die Reifung von reiner Olivenölseife?
Reine Olivenölseife benötigt mindestens 3 Monate, besser 6 Monate, um vollständig auszuhärten. In dieser Zeit stabilisiert sich die Seife, wird fester und angenehm in der Anwendung.
3. Kann ich ätherische Öle nach Belieben hinzufügen?
4. Brauche ich spezielle Sicherheitsausrüstung zum Seifensieden?
Ja. Beim Arbeiten mit Natriumhydroxid (NaOH) ist Schutz sehr wichtig: Trage Gummihandschuhe, Schutzbrille, langärmelige Kleidung und eine Atemschutzmaske. Sorge zudem für gute Belüftung.
5. Kann ich die Seife auch ohne Lauge herstellen?
Ja, das ist mit Kernseife oder Glycerinseife möglich. Dabei wird die Basis geschmolzen und mit Duftstoffen oder Farbstoffen verfeinert. Für das klassische Kaltverfahren, bei dem die Seife wirklich „selbst“ entsteht, ist Lauge jedoch notwendig.


